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festschrift 2008: 25 Jahre Schulzentrum
an der Pfarrer-Grimm-StraSSe

25 Jahre, was ist das schon!

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Die Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße feiert zusammen mit dem Louise-Schroeder-Gymnasium und der Carl-Spitzweg-Realschule in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen eines gemeinsamen Schulzentrums. Ein Vierteljahrhundert ist im Vergleich zu der langen Geschichte der Grundschule ein relativ kurzer Zeitabschnitt, aber es bietet doch die Gelegenheit, innezuhalten und zu versuchen, auf 118 Jahre Schulgeschichte zurückzublicken.

 

Die Geschichte der Grundschule beginnt mit der Genehmigung einer selbständigen Schulstelle aus dem Jahre 1890 und der Errichtung des ersten Schulgebäudes. Mit der Niederlassung von Industriebetrieben in Untermenzing wuchs die Schülerzahl von einst 50 Schülern sehr rasch an. Ein zweiter Lehrer und gar ein dritter mussten eingestellt werden.

Nach dem ersten Weltkrieg ging es an die Neuordnung des Schullebens. Eine Verbesserung der räumlichen Schulverhältnisse war dringend geboten, aber die wirtschaftliche Notlage verhinderte die Erweiterung der Schule und die Errichtung zusätzlicher Schulräume. Man musste in die Nebenzimmer der umliegenden Gaststätten ausweichen. Erst im Jahr 1930 konnten ein Erweiterungsbau und ein Schülerbrausebad erstellt werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Klassenräume zweckentfremdet vom Militär belegt. Die Lehrer mussten in den Krieg ziehen. Die Zahl der Schüler nahm ständig zu, die Zahl der Klassen ab. Klassenstärken von 60 Schülern waren keine Ausnahmen. In diesen Notzeiten hatten die Klassen allerdings nur eineinhalb Stunden Unterricht. Anhaltend niedrige Temperaturen, schlechte Kleidung, mangelhafte Ernährung, schlechter Gesundheitszustand von Schülern und Lehrern und fehlende Heizmaterialien und Öfen bedingten die Verkürzung der Unterrichtszeit.
Erst im Jahre 1948/49 normalisierten sich allmählich die Verhältnisse. Ein reges Schulleben entwickelte sich.

Die Volksschule Untermenzing wurde geteilt, und zwar in die Katholische Bekenntnisschule und in die Gemeinschaftsschule. Man kann sagen, dass hier das erste Schulzentrum entstanden ist. In manchen Schuljahren hatten beide Schulen zusammen über 600 Schülerinnen und Schüler. Aber das Jahr 1969 brachte das Ende der Volksschule Untermenzing mit den beiden Schulzweigen.
Durch die Neuordnung des bayrischen Schulwesens wurde dafür die Christliche Gemeinschaftsschule eingeführt. 14 Klassen waren in sieben Schulräumen untergebracht. Die Schulraumnot war 1960 mit dem Erweiterungsbau, unserem heutigen Seitenbau, behoben.

Vor etwa 40 Jahren begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte unserer Schule: Die Grundschule mit den Klassen 1 bis 4 blieb mit zwölf Klassen im Haus, die Hauptschule zog aus.

Eine weitere und wohl die einschneidende Veränderung brachte im Jahr 1983 die Errichtung des Schulzentrums auf dem Schulgelände der Grundschule. Drei Schulgattungen verrichten nun ihre unterrichtliche und erzieherische Arbeit in unmittelbarer Nachbarschaft.

Das tägliche Zusammenleben in der großen Schulgemeinschaft erfordert gegenseitige Achtung und Wertschätzung, Toleranz und die Fähigkeit, im Team arbeiten zu können. Die Menschen, die das Haus mit Leben und einem guten Geist füllen, wollen nicht nur auf die Vergangenheit blicken. Die Schule des beginnenden dritten Jahrtausends geht in eine neue Zukunft, und wir gehen mit. Im Rahmen einer Schulprogrammentwicklung, die dem raschen gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen soll, werden künftig auch an unserer Schule individuelle, innovative Prozesse initiiert und weiterentwickelt. Die Schulleitungen aller Schulen, die Kollegien und Eltern sehen sich als Partner im Erziehungs- und Bildungsprozess, entwickeln im Teamgeist Schulkultur, familiäres Wir-Gefühl, Nestwärme und Geborgenheit für alle Kinder.

Ich wünsche der Pfarrer-Grimm-Schule stets lebensfrohe, neugierige und offene Kinder, die Freude am schulischen Lernen haben, und Lehrer, die es verstehen, diese Freude der Kinder zu erhalten und zu fördern.

Ihr Karl Pokorny
Rektor der Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße